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Hitzegefahr für Hunde, Katzen und Co.

 
Der Sommer ist da und damit auch die Gefahren von Hitzschlag und Sonnenstich bei Mensch und Tier

Endlich ist er da, der lang ersehnte Sommer, jedoch besteht nun für Mensch und Tier die Gefahr zu überhitzen.

Was tun? Vorbeugen!

Mit Schatten, Wasser und Vermeidung von übermässiger Aktivität.
 
Geniessen Sie den Sommer und lehnen Sie sich zusammen mit Ihren Haustieren an einem schattigen Plätzchen gemütlich zurück. Für unterwegs sollten Hundehalter zudem immer Wasser in einer Flasche mitführen und regelmässig  anbieten.
 

Vorsicht auch bei hautempfindlichen, hellen Tieren

Hier ist das Eincremen mit Babysonnencreme auf Nasenspitze und Ohren nötig, um Hunde und Katzen vor Sonnenbrand zu schützen. Zu starke Sonneneinstrahlung kann genau wie beim Menschen unter anderem auch zu Hautkrebs führen.
 

Was genau unterscheidet Hitzschlag und Sonnenstich?

Beim Hitzschlag handelt es sich um eine regelrechte Überwärmung des gesamten Organismus. Bei Einwirkung hoher Temperaturen gelingt es dem Körper nicht, die im Übermass gebildete Wärme innerhalb kürzester Zeit wieder abzuführen. Besonders nachteilig für unsere Haustiere wirkt sich dabei aus, dass sie im Gegensatz zu uns nicht über die gesamte Körperoberfläche überschüssige Wärme durch Schwitzen abgeben können. Ihnen stehen dafür nur die Schweissdrüsen an den Pfoten und das Hecheln zur Verfügung. Weitere ungünstige Faktoren sind Alter und körperliche Anstrengung bzw. Aufregung. Aber auch sehr junge Tiere ohne gut funktionierende Wärmeregulation und Zwerghunderassen sind ebenfalls gefährdet.
 

Das Risiko, einen Hitzschlag zu bekommen steigt, wenn körperliche Anstrengungen bei hohen Aussentemperaturen ausgeübt werden
Hecheln, Speicheln und Schwitzen entziehen dem Körper sehr viel Flüssigkeit. Kann dieser Flüssigkeitsverlust nicht durch Trinken ausgeglichen werden, so verstärkt sich die Kreislaufbelastung zusätzlich. Um die Durchblutung der grossen Organe zu gewährleisten, drosselt der Körper die Hautdurchblutung mit der fatalen Folge, dass noch weniger überschüssige Wärme abgegeben werden kann! Durch die oben beschriebenen Körpervorgänge kann es bei anhaltender Überwärmung des Organismus zu einem Hitzschlag kommen. Dieser kann sich unterschiedlich äussern: neben trockener heisser Haut können Krämpfe, hohes Fieber, oberflächliche unregelmässige Atmung, Erbrechen, Apathie bis hin zu tiefer Bewusstlosigkeit auftreten. Letztendlich zum Tode führt häufig eine Lähmung des Atemzentrums.
 

Der Sonnenstich hingegen entsteht als Folge direkter Einwirkung von Sonnenstrahlen auf Kopf und Nacken
Es kommt zum lokalen Wärmestau im Gehirn. Verglichen mit dem Hitzschlag ist ein Sonnenstich bei Tieren wegen der Kopf- und Körperbehaarung aber eher selten. Trotzdem kann es, wenn sie längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sind, zu einem Sonnenstich kommen! Die Symptome ähneln denen des Hitzschlages, Todesfälle sind ebenfalls möglich. 


Was tun, wenn ein Tier überhitzt?
  • Sofort an einen kühlen und schattigen Platz bringen
  • LANGSAMES Senken der Körpertemperatur
  • Kühlen Sie das Tier mit Wasser, dabei an den Gliedmassen beginnen (wenn möglich Beine ins Wasser stellen)
  • Luft zufächern
  • Ist das Tier bei Bewusstsein, Wasser anbieten
  • NIEMALS einem bewusstlosen Tier, welches über keinen Schluckreflex verfügt, Wasser einflössen!
  • 8-tung: kein Abspritzen mit kaltem Wasser oder Eiswürfeln = Schockgefahr
  • 8-tung: Umwickeln Sie das Tier nicht über längere Zeit mit nassen Tüchern – diese nehme sehr schnell Wärme auf und können zusätzlich Hitze stauen
 
Transport zum Tierarzt:

  • Tier sichern (idealerweise Begleitperson welche das Tier beobachten kann)
  • Vorsicht vor zusätzlicher Überhitzung im Auto
  • Nach Ankunft Tier sofort aus dem Fahrzeug nehmen (wird in der Aufregung manchmal nochmals vergessen)
 

Tierarzt im Selbstversuch

Die grösste Gefahr für einen Hitzeschlag besteht bei warmem Wetter in kleinen, schlecht durchlüfteten Boxen, oder gar in einem geschlossenen Auto. Steht das Auto noch zusätzlich in der Sonne, so können im Innenraum Temperaturen von weit über 60° C erreicht werden!! Hier kommt der Hund schon nach wenigen Minuten in grösste Schwierigkeiten! Auch wenn das Auto im Schatten abgestellt wurde, sollte man immer daran denken, dass die Sonne wandert. Diese Fahrlässigkeit hat schon so manchem Hund das Leben gekostet.

Ventilatoren oder Klimaanlagen sollten nie in direkter Nähe zum Tier aufgestellt werden. Durch anhaltende Zugluft entstehen oftmals Erkältungen sowie Augenentzündungen.
   
Dies gilt es übrigens auch bei Hunden zu beachten, welche ihren Kopf während des Autofahrens gerne aus dem Fenster strecken. Im Fahrtwind flatternde Ohren mögen ein possierlicher Anblick sein, den der Hund jedoch mit einer chronischen Augenentzündung teuer bezahlen muss.
Wenn sich das offene Verdeck nicht vermeiden lässt, sollte der Hund zumindest auf der Rückbank gesichert werden und Notfalls langsam und behutsam an eine spezielle Hundebrille als Schutz vor dem Fahrtwind gewöhnt werden.
Genau wie Hunde und Katze brauchen auch alle anderen Tiere, wie Hamster, Kaninchen und Co. ausreichend Wasser in ihren Ausläufen, wir können es nicht genug betonen.
 
Futterreste sollten zudem schnell entsorgt werden, da sich bei Wärme Bakterien schneller vermehren. Sind in Freigehegen keine schattenspendenden Sträucher oder Bäume vorhanden, unbedingt Sonnenschirme montieren. Kleine Heimtierhäuschen bieten keinen ausreichenden Schutz!

Hamster freuen sich auch nicht nur im Sommer über genügend Sand, welcher keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden darf, damit er schön kühl bleibt.
Jedes Jahr werden vom Frühjahr bis zum Herbst Kleinnager auch immer wieder von Maden befallen. Hierbei ist die Hygiene im Stallbereich natürlich ein sehr wichtiger, jedoch nicht der einzige Faktor. Fliegen werden sowohl von Kot- und Urin angelockt, aber auch kotverklebtes oder verfilztes Fell bietet für die Fliegenmaden gute Entwicklungsbedingungen. Auch von offenen Wunden oder Entzündungssekret, wie es bei übergewichtigen Tieren in den Hautfalten vorkommen kann, geht eine starke Anziehungskraft auf Fliegen und deren Maden aus. Deshalb ist auch ein regelmässiges Kontrollieren und wenn nötig Fellpflege bei Kaninchen und Meerschweinchen ratsam.
 

Denken Sie bitte auch an unsere Vögel und Wildtiere.

Stellen Sie draussen Wasserschalen auf und füllen diese regelmässig auf. Ein Blumentopfuntersetzer tut auch schon gute Dienste und ist flach genug, dass auch Igel, Eidechsen und viele weitere Gartenbewohner bequem ans lebenswichtige Nass gelangen können.





Veröffentlicht am:
16:11:36 10.06.2015

Autor:
Claudia Schärer

Letzte Aktualisierung
16:21:16 01.08.2015