Start |  Kontakt |  Sitemap |  Newsletter |  Impressum  

10 Jahre Arche Noah Schweiz

10 Jahre Arche Noah Schweiz - 10 Jahre ehrenamtliche Arbeit - 10 Jahre Herzblut
10 Jahre Arche Noah Schweiz - Das Interview
Interview mit Claudia Schärer, Vorstands- und Gründungsmitglied des Tierschutz Vereins Arche Noah Schweiz
MH: Claudia - seit 10 Jahren bist Du nun schon mit dem Tierschutzverein Arche Noah Schweiz aktiv und schon einige Jahre länger Tierschützerin, was hat Dich auf diesen Weg gebracht?
CS: Ich betitle mich selbst sehr ungern als 'Tierschützerin', generell gebe ich nicht viel auf Titel oder Bezeichnungen. Ich gebe lediglich mein Bestes - zumindest, was in meinen Möglichkeiten steht, um Tierleid zu mindern.
 
MH: Nun gut, Titel hin oder her, nicht jeder ist für diese Tätigkeit gemacht. Betrachtest Du sie als eine Berufung?
CS: Ja, das schon eher. In den vielen aktiven Jahren habe ich gemerkt, dass eigentlich nichts UNMÖGLICH ist. Man muss nur wollen, den Glauben daran nicht aufgeben, hartnäckig bleiben und die Hoffnung nicht verlieren. Es gibt immer einen Weg - wie steinig er auch sein mag. Man muss lediglich bereit sein, ihn zu gehen.


MH: Wie hat Dein persönliches Umfeld auf Deine Aktivitäten reagiert?
CS: Ich bin überraschenderweise auf viel Unverständnis gestossen. Damit habe ich ursprünglich gar nicht gerechnet, auch habe ich nie darüber nachgedacht. Ich bin davon ausgegangen, dass mich mein Umfeld in meinen Tätigkeiten unterstützt, egal welcher Art, so wie ich es auch getan hätte/habe. Wie es Menschen so an sich haben, sprechen sie gerne vom 'Tropfen auf den heissen Stein'. Beziehungsweise, dass es sich doch eigentlich gar nicht lohnt, diesen `Tropfen` zu helfen, da sie unbedeutend sind, in den grossen Gewässern. Doch dieser eine Tropfen hatte für mich schon immer ein Gesicht. Eine Geschichte, eine Persönlichkeit. Wenn ich auch nur wenigen einzelnen 'Tropfen' helfen konnte, war ich schon überglücklich. Und es werden immer mehr solche 'Tropfen' *lacht*


MH: Und mittlerweilen wurde Dein Engagement akzeptiert?
CS: Generell ist es für mich nicht wirklich von Bedeutung, ob mein Engagement von Menschen akzeptiert wird oder nicht. Natürlich gibt es auch Menschen, welche mein Engagement bis heute nicht verstehen, aber das müssen sie ja auch nicht. Mein Engagement basiert nicht auf der Akzeptanz von 'Anderen', wir - der Verein - arbeiten so wie wir es für das Beste für die Tiere empfinden. Das ist und bleibt unser Leitbild - das Beste FÜR die Tiere. Obwohl natürlich auch unser Verein von Spenden abhängig ist. Die vielen Notfälle, welche wir laufend (alle bei uns Privat - noch immer haben wir kein Tierheim) aufnehmen und betreuen, können wir mittlerweilen nicht mehr durch unsere privaten Mittel decken. Darüber nachzudenken, WER sich an unserer Vereinsphilosphie stossten könnte, würde viel zu viel von meiner kostbaren (Arbeits-)Zeit in Anspruch nehmen. Mit der Gründung des Vereins im Jahr 2005 haben wir grundlegende Ziele definiert, welche noch bis heute Gültigkeit haben. Wer sich NICHT dafür interessiert, den werde ich - und damit spreche ich für alle von unserem Verein - auch nicht weiter mit unseren Anliegen behelligen. Wir möchten nicht missionieren, dafür fehlt uns schlicht die Zeit und die Engergie.

Falls Du die Akzeptanz in meinem ganz persönlichen Umfeld ansprichst: Teils/Teils. Ja, einige haben, nachdem sie meine Arbeit jahrelang verfolgen konnten, auch aus freien Stücken ihre Unterstützung symbolisiert, was mir persönlich natürlich viel bedeutet (ich bin ja auch nur ein`Mensch`). Viele meiner engen Freunde haben zum Beispiel mit einer Mitgliedschaft oder mit einer Abholung von Sachspenden, etc. ihre Wertschätzung für meine jahrelange Arbeit ausgedrückt. Ich habe auch eine enge Freundin, welche mich seit Gründung unterstützt hat - auch lange Jahre im Vorstand aktiv war - und das nicht, aufgrund unserer privaten Freundschaft. Sondern aufgrund der SACHE! Es rührt mich auch heute noch immer wieder, wenn andere Menschen den GRUNDGEDANKEN verstehen und ihren Beitrag - in welcher Form auch immer - leisten möchten. Dafür bin ich wirklich unglaublich dankbar, denn viele Menschen - so scheint es mir - sind in unsere heutigen Zeit sehr egozentrisch geworden. Deshalb sind Spenden und vor allem auch Taten Balsam und stärken uns in unseren Vorhaben.


MH: Und wie wisst Ihr was das Beste für das Tier ist?
CS: Gut dass Du das ansprichst. Denn an den 10 Jahren intensiver Tierschutzarbeit bin auch ich gewachsen und habe Laufend dazu gelernt. Ich bin ohnehin der Meinung, dass man nie ausgelernt hat. Nachdem ich meine ersten Kontakt mit wirklich massivem Tierleid an jeder Ecke in Griechenland, in Kreta hatte, stellte sich auch mir die Frage: WIE kann ich diesen Tieren am Besten helfen? Die Antwort ist klar und hat sich nach langer Zeit auch immer mehr und mehr herauskristallisiert. WISSEN/WEITERBILDUNG/GEDULD/BEOBACHTUNG.... Vielfach werden Tiere missverstanden. Auch vermeintliches Mitleid "ich möchte das niemandem vorwerfen, auch mir ging es anfänglich so" führt oftmals zu keiner Verbesserung des Tierwohls. Und genau das ist unser Ziel: eine Verbesserung des Tierwohls im Sinne der Tiere!


MH: Das verstehe ich jetzt nicht ganz, kannst Du das etwas erläutern?
CS: Ja, klar. Ich könnte Dir 100erte von Geschichten erzählen, aber um es bildlich zu machen, erzähle ich Dir von Tina. Tina, eine Schäferhund-Mixhündin auf Kreta. In den Bergen abgelegen angebunden, seit vielen, vielen Jahren. Keine Hütte hatte sie und um sich vor der Hitze zu schützen, deshalb hat sie - durch die schwere Kette eingeschränkt - ein tiefes Loch in den sandigen Boden gegraben. Als wir sie entdeckten (das war in meinen Anfängen was den ausländischen Tierschutz betrifft) waren wir schockiert und fragten sogleich in den nächsten 2 Dörfern nach. Tina 'wohnte' nämlich genau dazwischen - auf einer verlassenen Strasse zwischen diesen 2 Bergdörfern. Alle die wir befragten, teilten uns mit: JA, sie kennen den Hund, keiner weiss, wer ihn dort angebunden hat. Er sei schon viele Jahre dort. Manchmal halten Anwohner oder werfen ihr Lebensmittel aus dem fahrenden Auto zu. Auch regnet es in den Bergregionen regelmässig, manchmal, im Winter liegt sogar Schnee. Uns war es ein Rätsel, wie die Hündin überleben konnte. Unter Umständen gehörte sie doch 'Jemandem', der sich einfach nicht zu erkennen gab, denn unterernährt sah Tina nicht aus, im Vergleich zu vielen anderen armen Seelen.

Gerne zeige ich Euch die Fotos von damals. Von Tina und ihrem 'Zuhause'. Deutlich sieht man auch die schwere Kette.... da sie sich unzählige Male um den Strauch gewickelt hat, hatte sie auch kaum mehr Bewegungsfreiheit. Es war ALLES, die gesamte Situation, schlicht und ergreifend HERZZERREISSEND! Vor allem für mich, da ich diese Art von 'Tierquälerei' bis dahin in solcher (ignoranten) Form nicht kannte. Ein Hund, ein hochsoziales Tier durch eine Kette in seiner Bewegung, in seinem ganzen Wesen so dermassen zu verstümmeln. Und trotz allem - Tina war sehr freundlich, geradezu dankbar für unsere fortan täglichen Besuche (zumindest interpretierte ich dies damals noch so.) Sogar ein kurzes Video haben wir noch von unserer ersten Begegnung mit Tina. Welcher mitfühlende Mensch hätte in dieser Situation nicht an eine 'Rettung' gedacht? 'Rettung' im Sinne von: WEG von der KETTE... WEG von der Isolation, etc.
   
Das traurige an der gesamten Situation war: Wir konnten Tina nicht in unserer Station aufnehmen. Wie immer war sie überfüllt... das war nichts Neues. SO MUSSTE ICH TINA FÜR 2 IMPFUNGEN VON DER KETTE ABHÄNGEN UND SIE WIEDER AN DER KETTE ANHÄNGEN.... ich war damals am Boden zerstört... bittere Tränen habe ich geweint, das arme Tier erneut schutzlos an dem Hang sich selbst zu überlassen, ABER: Die Station war und ist nicht ausgelegt für ausgewachsene, traumatisierte Kettenhunde! Wir hatten unzählige Welpen, gefunden in Abfallcontainern, aus fahrenden Fahrzeugen geworfen, unvorstellbar schlimme Schicksale! Aber: alte, über Jahre isolierte Kettenhunde haben wir damals in Kreta nicht aufgenommen.
Ich bin Claudia Schneider, welche in jener Zeit schon über viele Jahre ehrenamtlich selbstlos auf Kreta die Tierschutzstation in Chania  vorbildlich geführt hat (man sieht sie auch auf den Bildern und dem Video) unendlich dankbar für Ihre Unterstützung, welche sie mir als 'Neuling' damals im kretischen Tierschutz gegeben hat. Jedes Tier, welches ich von einer Fahrt von A nach B (und so ist es leider auf Kreta... wenn man die Augen offen hält, dann sieht man an jeder Ecke ein bedürftiges Tier), angeschleppt habe, wurde versorgt. Nach bestem Wissen und Gewissen. DANKE CLAUDIA!
Zurück zum Thema: so auch unsere Tina: Tina dankte es uns mit: massiven Beissereien, mit Troubles und mit ganz viel Unruhe. Wir hatten damals 2005, ein gemietetes Haus, mit Garten. Im Haus waren die Babies untergebracht. Eigentlich immer Häufchen von Elend in Boxen, bis ein Teil davon starb (durch Schwäche, Parvo, etc.) trotz intensivster medizinischer Betreuung und der kräftigste Teil der Würfe überlebte. Diese kamen in grössere Zimmer, in denen sie sich austoben konnten und danach auch in den Aussenauslauf - unseren eingezäunten Hundegarten.
So schön die Vorstellung auch war, dass Tina nun im PARADIES ist, sich frei (ohne Kette) bewegen konnte, tun und lassen konnte was sie wollte, so sehr war das Tier von der neugewonnen Freiheit überfordert.
Auf Biegen und Brechen konnten wir Tina nach Deutschland vermitteln, zu einer sehr lieben Tierschutzfreundin, welche in dem dortigen Tierheim arbeitete. Doch Tina's 'Problem' zeigte sich natürlich auch in Deutschland. Die vielen Umwelteinflüsse kannte sie nicht, es war ihr wortwörtlich alles nicht 'geheuer'. Ein Einzelauslauf OHNE ARTGENOSSEN! eine karge Umwelt, mit sehr wenig Reizen, das war es, was sie kannte! Auf das war sie geprägt. In dieser schwierigen Situation nun gar Dankbarkeit von dem Tier zu erwarten (weil es gerettet wurde) und nun purer Reizüberflutung standhalten muss... dieser Ansicht können lediglich Menschen, mit ihren menschlichen Emotionen sein. Auch das musste ich zuerst LERNEN! Den Weg mit den Tieren von A-Z zu gehen, ihr Verhalten zu 'lesen', ihre Bedürfnisse immer an oberste Stelle zu stellen... das war ein langer Prozess. Und auch nach 10 Jahren intensiver Tierschutzarbeit habe ich immer und immer wieder ganz eigenständige Lebewesen vor mir. Mit ganz individuellen Bedürfnissen und einer eigenen Persönlichkeit, auf welche wir Rücksicht zu nehmen haben.


MH:  Wie kann man also wissen, was für ein Tier am Besten ist?
CS: Eben, es waren viele Jahre Arbeit und auch Ausbildungen nötig, um die Tiere besser zu verstehen. Ich wünschte, ich könnte Tiere 'sprechen' hören. Du kannst Dir nicht vorstellen, wieviele solcher armen Tiere ich mittlerweilen schon getroffen habe! Wieviele ich gefragt habe: WAS MÖCHTEST DU???? WAS MÖCHTEST DU WIRKLICH? SOLL ICH DICH VON HIER WEG HOLEN? Kann ein Tier, dass nur Tritte, Aggression, Angst kennt wirklich antworten? JA, ich möchte ein liebes Zuhause, in welchem ich als Individuum wahrgenommen werde? NEIN, was das Tier nicht kennt, das vermisst es auch nicht! Das einzige was wir tun können, ist das Tier 'zu lesen' und dazu ist Grundvoraussetzung, dass man das Wesen eines Tieres kennt. Das war eine fundamentale Erkenntnis und hat mir in meiner bisherigen Arbeit im Tierschutz immer wieder die Augen geöffnet. Ich habe mich stets bemüht, mich weiterzubilden um den Tieren noch besser helfen zu können. Ich wollte die Psyche - gerade von Hunden - besser verstehen! Ich habe mehr oder weniger wertvolle - zum Teil auch sehr grenzwertige - Ausbildungen von sogenannten 'Hundetrainern' durchlaufen, jedoch hat mich meine Ausbildung als Problemhundetherapeutin von Hundewelten unseren Schützlingen am nächsten gebracht. Wer das kostenlose Skript (Generelle Information) lesen möchte, den laden ich hiermit gerne dazu ein: 

Die grössten Irrtümer in der Hundeerziehung >>> (PDF)




Anmerkung Redaktion: Claudia Schärer arbeitet mittlerweilen in der Schweiz auch als Problemhunde-Therapeutin und anerkannte BVET Hundekurs-Instruktorin (SKN) Weitere Informationen oder Terminvereinbarungen unter:
www.hunde-therapie.ch


MH: Tina's Schicksal ist für mich persönlich erschütternd, aber Du hast mir auch von leidenden Tieren in der Schweiz erzählt. Magst Du mir darauf noch antworten?
CS: Ja, sehr gerne sogar. In der Schweiz - in unserem Land - gibt es mehr Tierleid als man denkt. Verzweifelt versuchen engagierte Tierschutzorganisationen auf das - vorallem grosse Tierleid - von sogenannten 'Nutztieren' und auf das Katzenelend hinzweisen. Bislang mit eher bescheidenem Erfolg, doch das Thema wird glücklicherweise mehr und mehr auch in den Medien aufgegriffen. Diese Institutionen verdienen die bestmögliche Unterstützung, denn tagtäglich leiden auch Tiere hier - bei uns - in unserer Schweiz! Auch wir kastrieren seit Jahren so viele 'heimatlose/wilde/halbverwilderte' Katzen wie irgend möglich. Doch sobald so ein Tier mehr Betreuung benötigt - sei es durch eine eiternde Wunde, durch einen infizierten Zahn oder Ähnliches, wird die Nachbetreuung für wilde Katzen schwierig bis unmöglich! Diese Tiere müssen wir deshalb in den Himmel schicken... so furchtbar es ist. Aber wenn wir nicht akut helfen können, versuchen wir (unnötiges) Leiden zu vermeiden...

An dieser Stellle möchte ich Ihnen, liebe Leser und Leserinnen, folgende Organisationen empfehlen: So viele Tiere konnten schon - auch hier in der Schweiz - durch unglaublich grosses Engagement gerettet werden! Helfen Sie uns, auch weiterhin zu helfen - werden Sie ebenfalls Mitglied, Gönner, Sponsor folgender Schweizer Tierschutz Organisationen und rettten Sie LEBEN:

Anmerkung Redaktion - wichtige, weiterleitende Links!

www.netap.ch



www.stinah.ch




www.tierschutz.com


MH: Kann ich denn persönlich auch aktiv werden, hier in der Schweiz?
CS: Natürlich, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, ist schon mal ein erster Schritt. So viele Katzen hier in der Schweiz vermehren sich unkontrolliert und haben wahrlich kein schönes Leben, denn es kümmert sich NIEMAND um sie! Das muss nicht sein, wirklich nicht! Mehr Informationen auch auf unserer Katzenseite: http://www.arche-noah.ch/index.php?page=656 >


MH: Das habe ich nicht gewusst. Danke für den Hinweis! Somit steht Prävention und lokale Aufkärung also an 1. Stelle?
CS: Ja natürlich, Prävention (sprich `Kastrationen` bezw. Sterilisationen) sowie lokale Aufklärung: in der Schweiz wie auch an unseren anderen Standorten in Griechenland und in der Ukraine stehen an 1. Stelle! Gerne zeigen wir Euch auch noch unser 'Flussdiagramm' zum Thema: DO NOT FEED STRAYS if you DON'T SPAY & NEUTER them! (Übers: KEINE STREUNER TIERE FÜTTERN wenn NICHT KASTRIERT wird)

CS: Wir dachten ursprünglich, dass wir Wirkung und Ursache anhand einer einfachen Grafik darstellen könnten. So dass keinerlei weiterer Text notwendig ist - zumal wir die Grafik auch im Ausland - in unseren griechischen und ukrainischen Projekten publizierten. Wir mussten jedoch feststellen (wir haben die Grafik auch grossflächig auf Social Media Plattformen wie Facebook, etc. publiziert) dass wir nicht verstanden wurden. Dies schien aufgrund von fehlenden Informationen beim Zielpublikum nicht angekommen zu sein, anders können wir es uns die widersprüchlichen Reaktionen (warum sollen wir nicht füttern, sollen die Tiere sterben, etc.) nicht erklären! Es war ein sehr schmerzhafter Prozess und die Aufklärungen vor Ort dauern noch immer an!


MH: Okay, aber das verstehe ich nun auch nicht ganz. Auch ich verreise gern und wenn ich hungrige Tiere vor Ort sehe, dann füttere ich sie ebenfalls. Ich das nun falsch?
CS:JA! So hart es sich anhören mag, das ist falsch! Ein jeder der im Ausland heimatlose Tiere in den Ferien für 7-14 Tage zufüttert fördert den Nachwuchs. Tiere leben noch viel enger mit der Natur verbunden als wir Menschen! Eine Hündin zum Beispiel, welche dauernd zugefüttert wird, kommt regelmässig in die Läufigkeit. Die Natur sagt ihr: genug Futter = Nachwuchs produzieren. Eine logische Schlussfolgerung auf die gegebenen Umstände! Besteht Futterknappheit ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hündin läufig wird, nämlich eher gering. Der Körper merkt, dass er zuwenig Reserven hat und lässt es somit gar nicht erst soweit kommen. Das bedeutet also: Wer lediglich Füttert ist mitverantwortlich für das Tierleid, da sich die Tiere ohne die Fütterei gar nicht erst so stark vermehren könnten/würden.
BITTE... und da gehe ich mittlerweilen auch auf die Knie, kontaktiert lokale Tierschutzvereine vor Ort (in Eurer bevorzugten Feriendestination). Fragt nach: WO die Probleme liegen, was ihr aktiv tun könnt. BITTE füttert NICHT UNKONTROLLIERT, denn ihr tragt dazu bei, dass das Leid der Tiere ins Unermessliche multipliziert wird!

Schlussendlich sind wir es dann wieder, die lokalen Tierschützer vor Ort, die stillen Helfer bei Notrufen, welche schwerstkranke, verletzte, seit langem leidende Tiere 'zusammen sammeln' müssen um sie auf ihrem letzten Weg in den Himmel zu begleiten. In dem wir hilflos beim Tierarzt stehen und die Verletzungen oder Krankheit soweit fortgeschritten ist, dass nur noch Erlösung eine mögliche Hilfe darstelllt, da sich vorher nie jemand um das Tier gekümmert hat. Das ist natürlich jedesmal ganz furchtbar traurig.

MH: Wie lässt sich die ganze Arbeit eigentlich finanzieren?
CS: Zum einen natürlich dadurch, dass alle im Verein ehrenamtlich arbeiten, zum anderen sind wir von Spenden und Mitgliederbeiträgen abhängig. Oftmals schon sprangen wir mit unserem privaten Vermögen ein und bezahlen zum Beispiel eine lebensnotwendige Operation oder Medikamente. Wenn ein Tier Hilfe braucht, dann bekommt es das auch, irgendwie hat bislang immer alles geklappt. Auch bemühen wir uns, mit immer neuen Ideen und Aktionen Spenden zu generieren. Einfach ist es ganz und gar nicht und es braucht schon einen langen Atem und Durchhaltewillen. Aber die ersten 10 Jahre sind geschafft, da schaffen wir es auch noch weitere 10 Jahre *lacht*.






Veröffentlicht am:
10:15:20 01.01.2015

Autor:
Arche Noah Schweiz

Letzte Aktualisierung
13:35:30 17.11.2015